2026-10-8 Verschwörer_Frankfurt_Ankündigung
Deutsche Nationalbibliothek (Adickesallee 1, 60322 Frankfurt am Main)
Deutschsprachige Verschwörer von Friedrich Bruegel als tschechische literarische Entdeckung in der Diskussion Eva Jelínkovás mit Markus Meckel und Tomáš Kafka. Aus dem äußerst aktuellen Werk liest Stephan Wolf-Schönburg.
Der wiederentdeckte Roman von Friedrich Bruegel (1897–1955) aus dem Jahr 1949 über den Beginn der Diktatur in der Tschechoslowakei ein Jahr nach der Machtübernahme durch die Kommunisten wurde nach der Veröffentlichung der ersten tschechischen Übersetzung im Frühjahr 2026 als literarisches Ereignis begrüßt. Was macht die Verschwörer zu einem lebendigen, ja sogar außerordentlich aktuellen Werk? Ist der Roman lediglich als historischer Politthriller aus der stalinistischen Tschechoslowakei anzusehen, oder vielmehr als eine eindringliche Aussage über das Wesen totalitärer Macht und ihre Stützen in der Gesellschaft? Der deutschsprachige Roman Verschwörer erschien 1951 und in einer zweiten Ausgabe 1988 (Europa und Zsolnay Verlag), auf Tschechisch erst im Jahr 2026 in der Übersetzung von Jiří Stromšík (Sterne-Verlag). Unterschied sich die tschechoslowakische kommunistische Diktatur von der ostdeutschen? Inwiefern unterscheiden sich die Gesellschaften heutzutage?
Über den deutschschreibenden, mit der damaligen Tschechoslowakei tief verbundenen Autor Friedrich Bruegel, sowie über sein Werk, das die Zersetzung von Institutionen und Werten, gesellschaftliche Teilnahmslosigkeit, aber auch das ungebrochene Streben des Einzelnen nach verantwortungsvollem Handeln thematisiert, wird die Verlegerin Eva Jelínková mit dem deutschen Theologen, Politiker und DDR-Dissidenten Markus Meckel und dem tschechischen Dichter und Diplomaten Tomáš Kafka (TBC) diskutieren. Auszüge aus dem deutschsprachigen Originaltext der Verschwörer liest Stephan Wolf-Schönburg.