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„Wilhelm Bock Preis 2019“ aus Gotha geht an Markus Meckel, Martin Gutzeit & Arndt Noack

Gotha: Am Freitag, dem 24. Mai 2019 wird zum zwölften Mal in Gotha der „Wilhelm-Bock-Preis“ für soziales und demokratisches Handeln in Ost-, Süd- und Mitteleuropa verliehen. Preisträger 2019 sind die Gründungsmitglieder der Sozialdemokratischen Partei der DDR (SDP) Markus Meckel, Martin Gutzeit und Arndt Noack.

Einladung Wihelm Bock Preis 2019 – PDF

Die drei Herren haben vor dreißig Jahren den Mut besessen und haben Grenzen überwunden, Schranken aufgebrochen und sind einen neuen Weg gegangen. Sätze wie, „ So kann es nicht weitergehen…“ oder „Wir wollen uns in die längste demokratische Tradition Deutschlands stellen“ stehen für diesen mutigen Schritt.

Die Preisträger Markus Meckel, Martin Gutzeit und Arndt Noack werden am 24. Mai 2019 nach Gotha kommen. Dort erwarten ihn um 19.00 Uhr Oberbürgermeister Knut Kreuch gemeinsam mit dem Thüringer Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft  Wolfgang Tiefensee, dem Thüringer Landtagsabgeordneten Matthias Hey, dem Vorsitzenden des SPD-Kreisverbandes Gotha und der SPD-Stadtratsfraktion Gotha, Peter Leisner sowie Beigeordneten der Stadt Gotha und Vorsitzenden des Fördervereins Gothaer Tivoli, Marlies Mikolajczak.

Laudator wird der Thüringer Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft sowie der Landesvorsitzende der SPD Thüringen Wolfgang Tiefensee sein.

Der „Wilhelm Bock Preis“, dessen Namensgeber der große Gothaer Sozialdemokrat und Alterspräsident des Deutschen Reichstages Wilhelm Bock (1846-1931) ist, wurde 2008 erstmals durch den Oberbürgermeister der Stadt Gotha, Knut Kreuch, gestiftet und ausgestattet vom Tivoli Förderverein. Preisträger waren bisher der Ministerpräsident a. D. und Vorsitzende der Tschechischen Sozialdemokratischen Partei Jiří Paroubek (2008), der estländische Ministerpräsident a. D. und Europapolitiker Andres Tarand (2009), der „Vater der deutschen Ostpolitik“ Prof. Egon Bahr (2010), die bulgarische Vizepremierministerin Dr. Meglena Plugtschieva (2011), der Präsident der Republik Serbien a. D. und Vorsitzende der Demokratischen Partei Boris Tadic (2012), der slowakische Ministerpräsident Robert Fico (2013), die Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Ungarns a. D. und Mitglied des Europäischen Parlaments Ildikó Lendvai in 2014, der tschechische Ministerpräsident a. D., langjährige EU-Kommissar, stellvertretende Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei Europas (SPE) sowie Leiter des Beraterstabs des damaligen tschechischen Premierministers, PhDr. Vladimír Špidla (2015), der Bundesminister a. D. sowie Präsident a. D. des Deutschen Evangelischen Kirchentages Erhard Eppler (2016), der Hohe Repräsentant der Vereinten Nationen in Bosnien & Herzegowina Dr. Valentin Inzko und im letzten Jahr der  Präsident a. D. der Republik Polen, Aleksander Kwaśniewski.

Nur einmal wurde ein Ehren-Bock-Preis bisher vergeben und zwar im Jahr 2014 an die deutsche Bundestags- und Europaabgeordnete a. D., Bundesministerin a. D. und Staatssekretärin a. D. Frau Katharina Focke, eine der ersten Sozialdemokratinnen im Kabinett der Bundeskanzler Willy Brandt und Helmut Schmidt.

Die Ehrung findet am 24. Mai 2019, um 19.00 Uhr in der Gedenkstätte des Gothaer Parteitages von 1875, jener europäischen Traditionsstätte der deutschen Arbeiterbewegung dem „TIVOLI“ zu Gotha statt. Herzliche Einladung an alle Vertreter der Presse und der Medien.

Informationen zu den Preisträgern:  Preisträger Wilhelm Bock Preis 2019:

Wer war Wilhelm Bock? Wilhelm Bock – Vita

 

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Palmsonntag 2019

Nachruf auf Herlind Kasner, Templin (1928 – 2019)

 

Am 6. April ist Herlind Kasner im Alter von 90 Jahren gestorben. Ich sehe sie noch vor mir sitzen, als ich sie Ende Dezember am Sonntagnachmittag besuchte. Nicht mehr ganz so beweglich wie früher, aber sehr wach. Trotzdem standen Kaffee und Kuchen auf dem Tisch. Und ihr Erzählen sprudelte. Wir hatten uns längere Zeit nicht gesehen. Sie hatte mich eingeladen, als wir uns letzten Sommer beim Benefizkonzert im Joachimsthalschen Gymnasium trafen. Dass dies wieder eine Zukunft haben sollte, lag ihr sehr am Herzen. Später kam ihr Sohn Marcus dazu, es waren zwei schöne Stunden angeregten Gesprächs.

Wir kannten uns seit Ende der 80er Jahre, als ich einen Englischkurs bei ihr besuchte. Damals baute ich in Niederndodelben bei Magdeburg ein Ökumenisches Begegnungs- und Bildungszentrum auf, das Mauritiushaus. Ich musste dringend mein Englisch verbessern, um mit internationalen Gästen sprechen zu können – und ahnte nicht, wie sehr ich das in Zukunft noch brauchen sollte.

Unser Haus war bleibend in ihrem Gedächtnis, da sie während eines solchen Kurses beim abendlichen Tanzen englischer Squaretänze gestürzt und sich eine Hand gebrochen hatte. Im Juni 1989 hatten wir wiederum einen Kurs auf dem Waldhof in Templin, während in Polen die ersten halbfreien Wahlen stattfanden – und zeitgleich beim Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens Tausende Studenten zu Tode kamen. Bei den Diskussionen darüber war sie lebhaft dabei. Später fragte sie mich, warum ich ihr nicht gesagt hätte, dass ich plante, eine Sozialdemokratische Partei zu gründen – und beantwortete die Frage gleich selbst. Sie trat dieser Partei dann bei und war schließlich nach den ersten freien Kommunalwahlen 1990 für die SPD Präsidentin des Templiner Kreistags. Damals wurde ihre Tochter, Angela Merkel, dann schon bald für die CDU Bundesministerin in Bonn. Das focht sie nicht an. Sie war ein sehr unabhängiger und selbständiger Geist!

In den zwei Jahrzehnten meiner Tätigkeit als Mitglied des Bundestages begegneten wir uns oft, denn Templin und die Uckermark waren mein Wahlkreis. Regelmäßig sahen wir uns in dem wunderschönen Kirchlein in Alt-Placht, eine kleine Fachwerkkirche, die durch die Initiative ihres Mannes, Horst Kasner, vor dem Verfall gerettet wurde. Bis heute ist diese Kirche ein Kleinod und Zentrum kulturellen Lebens. Und dann waren die Kasners regelmäßige Teilnehmer bei den „Kröchlendorffer Gesprächen“ auf Schloss Kröchlendorff, zu dem ich mit einem kleinen Initiatorenkreis viele Jahre lang einlud mit einem breiten Spektrum an Themen. Immer erlebte ich sie als zugewandt, geistreich und offen, manchmal auch spitz, wobei sie dann gleichzeitig ein hintergründiges Lächeln zeigte.

Dankbar und gern erinnere ich mich an diese wunderbare Frau, die Gott nun zu sich genommen hat, und bin mit den Gedanken bei ihrer Familie, die um sie trauert.

 

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EUROPAS MITVERANTWORTUNG FÜR DIE ZUKUNFT DER UKRAINE wird von Richard Herzinger in der WELT vom 13. April 2019 in sehr überzeugender Weise dargestellt – verbunden mit einer Analyse der Situation vor der Stichwahl für das Amt des Präsidenten.

Hier sein Artikel:

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article191781567/Praesidentschaftswahl-Ukraine-2019-Wofuer-steht-Wolodomir-Selenski.html?wtrid=onsite.onsitesearch&fbclid=IwAR274i2esIrVbO5IpvKu0g7R8-mVZ43lSdZ2Wl6hIcT34oqx4MZIN8UpfBM

 

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Seit längerem gibt es eine Diskussion darüber, wie wir in Deutschland der Opfer des Vernichtungskrieges im Opfer gedenken sollen. Ein Denkmal für die polnischen Opfer ist im Gespräch, auch eines für alle Opfer im Osten gemeinsam. Ich selbst hatte ein Museum vorgeschlagen. Der Bundestag hat am 31. Januar 2019 darüber diskutiert.

Nun haben Peter Jahn, Martin Aust und ich uns zusammengesetzt und unsere früheren Positionen überdacht. Wir schlagen nun gemeinsam folgende Eckpunkte vor:  

 

 

Eckpunkte für die Erinnerung an die Opfer des deutschen Vernichtungskriegs 

1939 – 1945

Information – Dialog – Gedenken

Berlin, den 2. April 2019

Von Markus Meckel, Peter Jahn und Martin Aust

Für seine selbstkritische Aufarbeitung der NS-Verbrechen als Teil der eigenen Geschichte hat Deutschland international großen Respekt erhalten. Im Zentrum stand hier der Völkermord an den europäischen Juden. Millionen von Opfern der nationalsozialistischen Mordpolitik in Osteuropa sind dagegen bis heute in unserer deutschen Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus kaum im Blick – weitgehend vergessen sind die als „slawische Untermenschen“ stigmatisierten Einwohner Polens, der Sowjetunion und der baltischen Staaten.

 

Der aktuelle Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD bekennt sich – achtzig Jahre nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs – dazu, das Gedenken an die Opfer des deutschen Vernichtungskriegs im Dialog mit Partnern im östlichen Europa zu stärken. Verschiedene Projekte konkurrieren um die Realisierung dieses Vorhabens: das Projekt eines Gedenkortes der Opfer deutscher Lebensraumpolitik in Polen und der Sowjetunion und die Initiative für ein Denkmal der ermordeten Polen. Der Deutsche Bundestag hat in seiner Plenardebatte vom 31. Januar 2019 weitere Überlegungen in dieser Frage an den Ausschuss für Kultur und Medien verwiesen.

 

Wir drei Unterzeichneten haben mit verschiedenen Positionen zu der öffentlichen Debatte beigetragen. Peter Jahn hat 2013 die Initiative Gedenkort für die Opfer deutscher Lebensraumpolitik gegründet. Martin Aust hat 2017 den Aufruf für ein Polendenkmal unterschrieben und in einem Beitrag in der FAZ (27. August 2018) jedoch auch dafür plädiert, über dem Gedenken an die polnischen Toten die Opfer des Vernichtungskriegs in der Sowjetunion nicht zu vergessen. Markus Meckel hat 2019 bei verschiedenen Gelegenheiten öffentlich dazu aufgerufen, anstatt eines Denkmals für die Opfer einer Nation ein Museum mit Gedenkort zu errichten, das den gesamten Vernichtungskrieg in den Blick rückt.

 

In Gesprächen haben wir Unterzeichneten unsere Positionen diskutiert und daraus Schlüsse für das künftige Gedenken gezogen.

 

Wir erkennen an, dass ein Gedenkort allein für alle Opfer des Vernichtungskriegs jenseits der deutschen Öffentlichkeit ein Kollektiv benennt, in dem sich unterschiedliche Nachfahren der Opfer nicht angesprochen fühlen. Wir sind zu dem Schluss gelangt, dass ein Denkmal die Öffentlichkeit nicht hinreichend über die Geschichte informiert. Uns leuchtet ein, dass der Begriff Museum Vorstellungen einer Sammlung und Ausstellung weckt, der fragliche Ort jedoch schlicht informieren und dokumentieren soll.

 

 

Folgende Eckpunkte schlagen wir für ein künftiges Gedenken vor:

 

Ein Ort der Information, des Dialoges und des Gedenkens

Ein angemessenes Wissen über den deutschen Vernichtungskrieg und seine Opfer im östlichen Europa wird in der deutschen Gesellschaft vor allem durch faktenbetonte Information erreicht. Die Planungen und Handlungen der deutschen Täter und das Leid der Opfer des deutschen Vernichtungskrieges zunächst gegen Polen und dann gegen die Sowjetunion müssen zusammenhängend und ausführlich dokumentiert werden. Dabei müssen sowohl individuelle und gruppenspezifische Erfahrungen von Gewalt und Vernichtung in Polen und der Sowjetunion als auch übergreifende Zusammenhänge deutscher Vernichtungspolitik deutlich werden. Dazu bedarf es eines Ortes der Information. Dieser Ort soll zugleich für den Dialog mit Historikerinnen und Historikern sowie zivilgesellschaftlichen Erinnerungsinitiativen aus Polen, der Ukraine, Belarus, Russland, Estland, Lettland und Litauen offen sein. In einem internationalen, wissenschaftlichen Beirat des Ortes erfährt dieser Dialog eine Institutionalisierung. Auch der Austausch mit lokalen Erinnerungsinitiativen sowie Schulklassen aus Deutschland findet hier Platz. Nicht zuletzt soll der Ort auch Räume für gruppenspezifisches Gedenken umfassen. Das Ensemble von Information, Dialog und Gedenken fördert Empathie mit den Opfern.

 

Deutsche Erinnerungsverantwortung für den Vernichtungskrieg

Mit der Einrichtung eines solchen Ortes kommt Deutschland seiner Erinnerungsverantwortung für die Vernichtungspraktiken deutscher Täter im Zweiten Weltkrieg nach. Wir können nur aus der Geschichte lernen, wenn wir uns den rassistischen Handlungsrahmen bewusst machen, in dem dieser Krieg geführt wurde. Er begann mit dem Hitler-Stalin-Pakt und dem deutschen Überfall auf Polen, in Kooperation mit der Sowjetunion. Dieser Krieg zielte auf die Vernichtung der polnischen Eliten. Mit dem deutschen Überfall im Juni 1941 radikalisierte sich der Krieg zum umfassenden Vernichtungskrieg gegen Juden, kommunistische Eliten und große Teile der Bevölkerung, vor allem in den Städten und Kriegsgefangenenlagern. Die Überlebenden hatten millionenfach Zwangsarbeit zu leisten. Die Dokumentation muss die ganze Breite der Entscheidungsabläufe und Vernichtungspraktiken des deutschen Krieges aufzeigen: vom „Kommissarbefehl“ und „Generalplan Ost“ zur Ausmordung ganzer Regionen. Zu dokumentieren sind Deportationen und millionenfacher Tod durch Hunger: der Einwohner Leningrads in der Blockade und der drei Millionen Rotarmisten in deutscher Kriegsgefangenschaft, ferner deutsche Massaker an der Zivilbevölkerung wie im Warschauer Aufstand 1944 und die Massenerschießung von Juden hinter der Front.

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GERECHTIGKEIT – FRIEDEN – BEWAHRUNG DER SCHÖPFUNG – – –  30 Jahre Ökumenische Versammlung in der DDR

Am 30. April 1989 übergab die „Ökumenische Versammlung“ 12 von ihr in 15 monatelanger Arbeit erstellte Texte zu den globalen Herausforderungen dieser Zeit. Ein Veranstaltung in der Katholischen Akademie erinnerte an diese Versammlung und ihre Ergebnisse, die zum einen in das Vorfeld der Friedlichen Revolution in der DDR gehört, zum anderen jedoch in der Beschreibung der Herausforderungen für die Kirchen und diese Welt nach wie vor hoch aktuell ist – auch wenn manche Aussagen aktualisiert werden müssen.

Flyer 30 Jahre ÖV_final_webversion

Ein Mitschnitt der Veranstaltung ist jetzt online unter den folgenden Link nachhörbar:

www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/veranstaltungsnachlese-2019-7049.html?id=3424

s. auch bei domradio.de:  Erinnerung an Christen-Versammlung in der DDR vor 30 Jahren

s. auch Stephen Brown:

https://www.oikoumene.org/en/press-centre/news/gathering-recalls-ecumenical-assembly-that-mobilised-dissent-in-east-germany

Auch erschienen in:

https://www.sightmagazine.com.au/news/11840-berlin-conference-recalls-role-of-christian-ecumenical-assembly-in-mobilising-dissent-ahead-of-the-fall-of-berlin-wall

Zum Nachlesen:

Vortrag Berlin Kunter Ökumenische Versammlung 2 April 2019 Textversion 

Einführung Markus Meckel 27.3.2019

Fotos und Näheres zu dieser Tagung finden Sie hier:

https://www.oerbb.de/aktuelles/tagung-30-jahre-oekumenische-versammlung-der-ddr-27032019

Dr. habil. Katharina KunterBernd StreichMarkus MeckelDr. habil. Katharina Kunter

Prof. Dr. Richard Schröder, Annemarie Müller, Hans-Jürgen Röder, Alexander Reichert, Prof. Dr. Konrad RaiserAlexander Reichert, Prof. Dr. Konrad RaiserBischof Dr. Gerhard Feige, Bischof Dr. Markus DrögeBischof Dr. Gerhard Feige, Bischof Dr. Markus DrögeRüdiger Noll, Matthias Belafi, Antje Heider-Rottwilm, Schulamit Kriener, Bischof Dr. Gerhard Feige, Dr. Ellen UeberschärSchulamit Kriener, Bischof Dr. Gerhard Feige, Dr. Ellen Ueberschär

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In welcher Verfassung wollen wir leben? Ein Aufruf zur Selbstverständigung der Deutschen – im 70. Jahr des Grundgesetzes und nach 30 Jahren Friedlicher Revolution und bald auch der Deutschen Einheit

 

 

30 Jahre Deutsche Einheit

2020

DAS GRUNDGESETZ ZUR DEUTSCHEN VERFASSUNG MACHEN

In welcher Verfassung wollen wir leben?

18. März 2019

 

 

2019 wird unser Grundgesetz 70 Jahre und 2020 die Deutsche Einheit 30 Jahre alt.

Nach der Friedlichen Revolution in der DDR 1989 und im folgenden Prozess bis zum 3. Oktober 1990 wurde viel darüber diskutiert, ob sich die Deutschen aus Ost und West auf der Grundlage des Grundgesetzes eine gemeinsame Verfassung geben sollten – als ein besonders identitätsstiftendes Moment für das wieder vereinigte Deutschland.

Dazu ist es nicht gekommen.

Eine Verfassungskommission aus Bundestag und Bundesrat widmete den Artikel 23 um zum Europaartikel. Einen weiterführenden öffentlichen Diskurs darüber, mit welcher Verfassung wir leben wollen, gab es nicht. Der Artikel 146 besteht fort: „Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.“

Warum diese Vorläufigkeit?
Lasst uns miteinander reden. Lasst uns der Werte und Grundlagen unseres Gemeinwesens bewusst werden. Das Grundgesetz hat sich bewährt und erfreut sich breiter Anerkennung.

Lasst uns seine Vorläufigkeit aufheben und Artikel 146 streichen.

 

30 Jahre nach der Deutschen Einheit stehen die liberalen Werte, welche die Basis unseres Grundgesetzes und des Lissaboner Vertrages der EU bilden, in vielen Ländern des Kontinents unter Druck. Umso dringender ist die öffentliche Selbstvergewisserung darüber, in welcher Verfassung wir Deutschen leben wollen.

Ein solcher Dialog gibt den Ostdeutschen die Chance, ihre Erfahrungen aus drei Jahrzehnten deutscher Einheit einzubringen und allen Deutschen gemeinsam die Gelegenheit, neue Herausforderungen daraufhin zu überprüfen, ob neue Kriterien und Grundlagen definiert werden sollten, um konstruktiv und zukunftsorientiert die Grundlagen unserer Demokratie zu bereichern und zu stärken.

Beispielhaft seien zwei Themen genannt, über die nachzudenken wäre:

  1. Brauchen wir angesichts der schnellen Entwicklungen dieser globalen Welt, etwa im Zusammenhang der Digitalisierung vieler Lebensbereiche, Orientierungen und Kriterien, die wir für uns gemeinsam festlegen wollen?
  2. Drei Jahrzehnte nach dem Kalten Krieg hat Europa sein Gesicht grundlegend verändert: Die Hoffnungen auf eine Friedensdividende, die 1990 in der KSZE-Charta von Paris ihren Ausdruck fanden, haben sich so nicht erfüllt. Unsere Sicherheit ist wieder zu einem Thema geworden. Die Europäische Union hat sich um viele neue Demokratien erweitert, ihre Integration vertieft und ist zu einem zentralen Anker von Demokratie und Stabilität, von Wohlstand und Sicherheit geworden. Gleichwohl muss sie sich Krisen erwehren und ihre Handlungsfähigkeit verteidigen und weiter entwickeln. So stellt sich die Frage: Sind die Verankerung und Verantwortung Deutschlands in der Europäischen Union im Grundgesetz klar genug ausgedrückt?

IN WELCHER VERFASSUNG WOLLEN WIR IN DEUTSCHLAND UND EUROPA LEBEN?

LASSEN SIE UNS DARÜBER STREITEN UND EINIG WERDEN.

LASS SIE UNS DAS ERGEBNIS INS GRUNDGESETZ SCHREIBEN – VERBINDLICH STATT VORLÄUFIG – UND DAS ERGEBNIS ALS NEUE UND DAUERHAFTE VERFASSUNG DEUTSCHLANDS BESCHLIESSEN!

 

Markus Meckel – kontakt@markusmeckel.euwww.markusmeckel.eu – 030-47004549

Hier noch ein Interview zum Them in der Märkischen Oderzeitung

Spiegelgespräch Meckel – Schäuble 1990: SPIEGEL_1990_12_13507138 – Verfassung

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Vertragsarbeiter aus Mosambik (und anderen Ländern) in der DDR – eine Herausforderung für die Aufarbeitung

Vom 22.-24. Februar 2019 fand in Magdeburg eine Tagung statt, zu der eine Reihe von ehemaligen Vertragsarbeitern aus Mosambik eingeladen waren. Hier wurde die Problematik intensiv erörtert. Es wurde deutlich, dass es auch heute noch Handlungsbedarf gibt. Dies wurde in einem Memorandum zusammengefasst.

Magdeburger Memorandum-Portugisisch

Gedenkort für die Opfer des deutschen Kolonialismus

Markus Meckel hat die beigefügte Erklärung „Gedenkort für die Opfer des deutschen Kolonialismus im Humboldt Forum“ unterschrieben. Darin wird gefordert, dass im Humboldt Forum zur Erinnerung an die koloniale Geschichte ein Gedenkort eingerichtet wird. Unterzeichnerliste

Diese hat eine beachtliche Resonanz und viel Zustimmung gefunden. Die Hauptstadt Berlin braucht ein Gesamtkonzept zur Erinnerungskultur für die deutschen Kolonialverbrechen. Dazu zählen Gedenkorte mit nationaler und internationaler Ausstrahlung – wie von uns vorgeschlagen im Humboldt Forum, aber auch die von Initiativen geforderte Gedenkstätte zur Erinnerung an die afrikanischen Opfer von Versklavung, Kolonialismus und rassistischer Gewalt. Nicht zu vergessen die zahlreichen dezentralen Orte zur (selbst-reflexiven) Aufarbeitung des kolonialen Unrechts und dessen Folgen bis in die Gegenwart. Und selbstverständlich müssen Betroffene und Vertreter/innen aus den kolonisierten Ländern an Konzeption und Umsetzung mitwirken.

Am 26.1. hat die Deutsche Welle einen informativen Beitrag zur kontroversen Debatte über den Gedenkort im Humboldt Forum veröffentlicht: Link

Der Focus hatte den Text der Deutschen Welle bereits am Vortag
wiedergegeben:

Eine hervorragende Darstellung der komplexen Thematik finden Sie im Neuen Deutschland vom 19.01.2019, u.a. mit einem Text von uns (Melber, Ridderbeekx, Fues), aber auch kritischen Stimmen: Link

Der 2017 von Anne Morgan gedrehte Dokumentarfilm über Markus Meckel wird wieder gesendet:

Sie können ihn am 18.02.2019 um 00:15 auf Spiegel Geschichte TV sehen.

Programmvorschau

Vortrag Markus Meckel zur Erinnerungskultur in Lübeck

Am 30. Januar 2019 hielt Markus Meckel beim Forum Erinnerungskultur Lübeck die angefügte Rede,

in welcher er die verschiedenen Erinnerungsfelder des 20. Jahrhunderts ins Gespräch miteinander

bringt und eine verstärkte Integration ihrer Themen einfordert.

Vortrag MM Erinnerungskultur Lübeck 30.1.2019

Positionspapier der SPD zu Fragen der Aufarbeitung – 30 Jahre nach Friedlicher Revolution und Deutscher Einheit

Markus Meckel hat diesen Text mit erarbeitet. 

Es gibt dafür eine eigene Website. Dort ist das Dokument mit den Unterschriften jeweils aktualisiert zu finden: